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20. September 2026

Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis: Was ist der Unterschied?

Beim Energieausweis gibt es zwei unterschiedliche Varianten: den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Beide sind rechtsgültig und nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) anerkannt, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Aussagekraft, dem Erstellungsaufwand und dem Preis.

Der Verbrauchsausweis

Der Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre. Grundlage dafür sind die Heizkostenabrechnungen oder Energierechnungen des Gebäudes. Da hier reale Verbrauchsdaten herangezogen werden, hängt das Ergebnis auch vom individuellen Heizverhalten der Bewohner ab, nicht nur von der Bausubstanz.

Vorteile des Verbrauchsausweises:

  • Günstiger in der Erstellung
  • Schneller fertig, da keine technische Vor-Ort-Analyse nötig ist
  • Ausreichend für die meisten Wohngebäude mit mindestens fünf Wohneinheiten

Der Bedarfsausweis

Der Bedarfsausweis bewertet dagegen den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes anhand der Bausubstanz, der Dämmung, der Fenster und der Heizungsanlage. Das tatsächliche Nutzerverhalten spielt keine Rolle. Die Berechnung ist aufwendiger, dafür aber unabhängig davon, wie sparsam oder verschwenderisch die bisherigen Bewohner geheizt haben.

Für bestimmte Gebäude ist der Bedarfsausweis gesetzlich vorgeschrieben: Wohngebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten, die vor 1977 gebaut wurden und nicht nachträglich auf das Niveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 saniert wurden, benötigen zwingend einen Bedarfsausweis.

Welchen Ausweis benötige ich?

Als Faustregel gilt:

  • Neubauten und Gebäude mit Baujahr ab 1977: freie Wahl zwischen beiden Varianten
  • Gebäude mit mindestens fünf Wohneinheiten: in der Regel reicht der Verbrauchsausweis
  • Kleinere Gebäude mit Baujahr vor 1977 ohne umfassende Sanierung: Bedarfsausweis verpflichtend

Im Zweifel lohnt sich ein kurzer Check anhand von Baujahr und Anzahl der Wohneinheiten, bevor man sich für eine Variante entscheidet.

Was kosten die beiden Varianten?

Da der Verbrauchsausweis ohne aufwendige technische Analyse auskommt, ist er günstiger: Bei der Energieausweis-Zentrale ist er bereits ab 49,90 Euro erhältlich. Der Bedarfsausweis erfordert eine detaillierte Gebäudeanalyse und kostet ab 119,90 Euro.

Beide Varianten online beantragen

Egal für welche Variante Sie sich entscheiden: Bei der Energieausweis-Zentrale erstellen Sie beide Ausweistypen online, ohne Termin vor Ort. Ihre Angaben werden persönlich von Architekt*in geprüft, der fertige, GEG-konforme und beim DIBt registrierte Ausweis wird Ihnen anschließend per E-Mail zugesendet.